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13.08.2026 · 4 Min. Lesezeit

Welches lokale Modell passt zu deiner Hardware? Gemessen statt geschätzt

Was auf deinem Rechner läuft, entscheidet der Arbeitsspeicher. Eigene Messwerte von einem Laptop ohne Grafikkarte, mit offengelegter Methode.

Polygon-Portrait von Dr. Matthias Klinger mit Brille und blauem Hemd vor einem grünen geometrischen Hintergrund.

REDAKTIONELL GEPRÜFT VON

MatthiasPolygon-Portrait von Dr. Matthias Klinger mit Brille und blauem Hemd vor einem grünen geometrischen Hintergrund.MatthiasVorsitzender, Quandes Projects e.V.„Ideas to Impact“ – Matthias glaubt an die Kraft der Digitalisierung, um echte Veränderungen zu schaffen. Als Gründer von Quandes und Vorsitzender des Quandes Projects e.V. nutzt er Technologie als Katalysator für gesellschaftlichen Wandel – für besseren Bildungszugang und innovative Lösungen für Umwelt und Gesellschaft.

4 Min. Lesezeit

Welches lokale Modell passt zu deiner Hardware? Gemessen statt geschätzt

Dieser Text entstand auf einem Bürolaptop ohne Grafikkarte. Auf demselben Gerät hat ein Modell mit 1,5 Milliarden Parametern 27 Token pro Sekunde ausgegeben, ein Modell mit 8 Milliarden nur noch 4,6. Beide Zahlen sind gemessen, nicht geschätzt, und die Methode steht weiter unten.

Damit ist die Frage beantwortbar, die vor jeder Installation steht. Was läuft auf dem Gerät, das du schon hast? Die Antwort hängt am Arbeitsspeicher und an der Aufgabe, für die du das Modell brauchst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Arbeitsspeicher entscheidet über Machbarkeit. Als Faustregel braucht eine Milliarde Parameter etwa ein Gigabyte, wenn das Modell auf 4 Bit verkleinert vorliegt.
  • Die Grafikkarte entscheidet über Tempo. Ohne sie läuft es langsamer, aber es läuft.
  • Verdoppelte Größe halbiert das Tempo. Gemessen 27, 14, 12 und 4,6 Token pro Sekunde bei 1,5 bis 8 Milliarden Parametern.
  • Ob es reicht, hängt an der Aufgabe. Zusammenfassen und Umformulieren gehen bei zwölf Token pro Sekunde gut, ein Gespräch in Echtzeit wird zäh.
  • Bei Engpass hast du drei Stellschrauben. Eine kleinere Quantisierung, ein kleineres Modell oder eine geteilte Aufgabe.

Was auf diesem Laptop läuft

Das Testgerät ist ein Notebook mit einem Intel Core i5-13500H, 16 Threads und 15 Gigabyte Arbeitsspeicher. Eine dedizierte Grafikkarte ist nicht verbaut, gerechnet hat also die CPU. Alle Modelle liefen über Ollama in der 4-Bit-Variante Q4_K_M, mit identischem Auftrag und festem Startwert, bei einer Ausgabelänge von 160 Token.

ModellGrößeParameterAusgabeLadezeitAntwortdauer

qwen2.5:1.5b

0,99 GB

1,5 Mrd.

27,0 Token/s

1,1 s

8 s

llama3.2:3b

2,02 GB

3,2 Mrd.

14,4 Token/s

2,0 s

13 s

phi3:mini

2,18 GB

3,8 Mrd.

11,6 Token/s

1,8 s

18 s

llama3.1:8b

4,90 GB

8,0 Mrd.

4,6 Token/s

6,1 s

45 s

Die Kurve ist regelmäßig. Wer die Parameterzahl verdoppelt, halbiert etwa das Tempo. Bei acht Milliarden Parametern dauert eine kurze Antwort auf diesem Gerät fast eine Minute, und das ist die Grenze, an der Arbeiten unangenehm wird.

Vier gleich große Behälter sind unterschiedlich hoch gefüllt und zeigen, wie viel Arbeitsspeicher eine Modellgröße belegt. Der amber gefüllte ist die Größe, die auf 16 Gigabyte noch bequem hineinpasst.
Der Arbeitsspeicher entscheidet, welche Größe überhaupt startet. Rechne ein bis zwei Gigabyte Reserve für den Kontext ein.

Der Arbeitsspeicher setzt die Grenze

Ein Modell muss vollständig in den Speicher passen, sonst startet es nicht oder wird über die Festplatte ausgelagert und damit unbrauchbar langsam. Für die verbreitete 4-Bit-Quantisierung gilt als Faustregel etwa ein Gigabyte je Milliarde Parameter.[1] Ein Modell mit acht Milliarden Parametern belegt also rund fünf Gigabyte.

Dazu kommt Platz für den Kontext, also für den Auftrag und die bisherige Unterhaltung. Rechne mit einem bis zwei Gigabyte Reserve, und bedenke, dass Browser und Editor ebenfalls Speicher brauchen. Auf einem Gerät mit 16 Gigabyte bleibt damit realistisch Raum für Modelle bis etwa acht Milliarden Parameter.

Eine Grafikkarte verschiebt das Tempo deutlich nach oben, weil sie Daten schneller zum Rechenwerk bringt. Fachmedien beziffern den Abstand zur CPU auf ein Vielfaches; die dort genannten Werte stammen allerdings meist nicht aus eigenen Tests.[2] Für die Frage, ob etwas läuft, bleibt der Arbeitsspeicher entscheidend.

Prüfe, was du hast

Bevor du Empfehlungen liest, sieh dir dein Gerät an. Drei Befehle genügen. Unter Linux zeigt free -h den Arbeitsspeicher, nproc die Anzahl der Rechenkerne und nvidia-smi eine dedizierte Grafikkarte, sofern eine vorhanden ist. Auf einem Mac liefert die Systeminformation dieselben Angaben, unter Windows der Task-Manager im Reiter Leistung.

Interessant ist die Zeile mit dem verfügbaren Speicher, nicht die mit dem gesamten. Auf dem Testgerät waren von 15 Gigabyte etwa acht frei, während Editor und Browser liefen. Danach richtet sich die Modellgröße.

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Was reicht für welche Aufgabe

Eine Schwelle, ab der ein Modell brauchbar ist, gibt es nicht. Es kommt darauf an, was du damit tun willst.

Tempo und Aufgabe

Ab etwa zehn Token pro Sekunde arbeitest du gut mit Texten, die du ohnehin prüfst. Zusammenfassen, umformulieren oder Stichpunkte ordnen. Du liest das Ergebnis am Ende, nicht beim Entstehen.

Ab etwa zwanzig Token pro Sekunde wird es angenehm, wenn du zwischen Auftrag und Ergebnis hin und her springst und mehrere Versuche machst.

Unter fünf Token pro Sekunde taugt es für Aufgaben, die im Hintergrund laufen dürfen. Eine Antwort in fünfundvierzig Sekunden ist brauchbar, solange du in der Zeit etwas anderes tust.

Die Ladezeit zählt bei kurzen Aufgaben mehr als der Durchsatz. Auf dem Testgerät braucht das 1,5-Milliarden-Modell 1,1 Sekunden bis zur Bereitschaft, das mit acht Milliarden 6,1 Sekunden. Wer zwanzig kurze Aufträge hintereinander schickt, verliert bei der oberen Klasse allein durch das Laden mehr Zeit als durch das Rechnen.

Aus dem Tempo folgt nichts über die Qualität. Ein schnelles kleines Modell fasst kurze Texte solide zusammen und erfindet bei komplizierten Fragen mehr als ein größeres. Diese Einschätzung braucht eigene Versuche mit deinen Texten.

Drei unterschiedlich breite Zonen stehen für drei Tempobereiche. Die amber markierte mittlere Zone ist der Bereich, in dem Zusammenfassen und Umformulieren gut funktionieren.
Ob das Tempo reicht, entscheidet die Aufgabe. Prüfe deine eigene daran, bevor du eine Modellgröße festlegst.

Wenn es nicht reicht

Bleibt das Ergebnis zu langsam, hast du drei Stellschrauben, und alle drei kosten nichts.

Nimm eine stärkere Quantisierung. Q4 ist der verbreitete Kompromiss. Für viele Aufgaben genügt auch eine kleinere Variante, die weniger Speicher belegt und schneller läuft.

Nimm ein kleineres Modell. Der Sprung von acht auf drei Milliarden Parameter hat auf dem Testgerät das Tempo verdreifacht. Für Zusammenfassungen und Umformulierungen reicht die kleinere Klasse häufig.

Teile die Aufgabe. Ein langer Text in Abschnitten kostet insgesamt ähnlich viel Rechenzeit, liefert aber früher erste Ergebnisse und lässt sich zwischendurch prüfen. Wie du dafür sinnvoll schneidest, steht in Aufgaben für KI-Agenten zuschneiden.

Drei Werkzeuge stehen für die drei Stellschrauben bei zu langsamem Ergebnis: kleinere Quantisierung, kleineres Modell, geteilte Aufgabe. Das erste ist amber hervorgehoben, weil man dort zuerst ansetzt. Alle drei kosten nichts.
Bleibt es zu langsam, drehe zuerst an der Quantisierung — das ist die Stellschraube mit dem geringsten Qualitätsverlust.

Die Rohwerte dieser Messreihe liegen mit Gerät, Quantisierung, Auftrag, Startwert und Ollama-Version in unserer Arbeitsdokumentation. Wer nachmessen will, kommt mit demselben Auftrag und derselben Ausgabelänge auf vergleichbare Zahlen.

Quandes Projects e. V.

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Häufige Fragen

Häufige Fragen zu lokalen Modellen und Hardware

Brauche ich eine Grafikkarte für lokale KI?

Nein. Auf dem Testgerät ohne Grafikkarte liefen Modelle bis acht Milliarden Parameter. Die Grafikkarte beschleunigt die Ausgabe erheblich, entscheidet aber nicht darüber, ob ein Modell startet. Das tut der Arbeitsspeicher.

Wie viel Arbeitsspeicher sollte mein Rechner haben?

Für den Einstieg genügen acht Gigabyte, damit läuft die Klasse um drei Milliarden Parameter. Mit 16 Gigabyte kommst du bis etwa acht Milliarden, wenn nebenher wenig läuft. Rechne immer ein bis zwei Gigabyte Reserve für den Kontext ein.

Was bedeutet Q4 bei einem Modellnamen?

Es beschreibt, wie stark die Modellgewichte verkleinert wurden. Q4 heißt vier Bit je Gewicht statt der ursprünglichen 16, wodurch das Modell etwa ein Viertel des Speichers belegt. Die Ergebnisse werden dadurch etwas ungenauer, für Alltagsaufgaben meist unmerklich.

Warum ist mein Modell langsamer als in deiner Tabelle?

Meist liegt es am freien Arbeitsspeicher. Wenn das Modell nicht vollständig hineinpasst, lagert das System aus, und das Tempo bricht ein. Prüfe außerdem, ob dieselbe Quantisierungsstufe läuft und ob im Hintergrund andere Programme rechnen.

Weiterführend

Quellen

  1. [1]casoon.de, „Lokale KI Hardware: Was CPU, GPU und RAM wirklich leisten müssen", Faustregel etwa ein Gigabyte je Milliarde Parameter (abgerufen am 30.07.2026) https://insights.casoon.de/artikel/hardware-realitaet-was-dein-rechner-leisten-muss/
  2. [2]heise online, „Lokale KI-Modelle sind jetzt brauchbar (und auf dieser Hardware laufen sie)", zum Abstand zwischen CPU- und Grafikkarten-Durchsatz. Der Beitrag weist ausdrücklich darauf hin, dass die dort genannten Benchmarks nicht von der Redaktion stammen (abgerufen am 30.07.2026) https://www.heise.de/news/Lokale-KI-Modelle-sind-jetzt-brauchbar-und-auf-dieser-Hardware-laufen-sie-10864518.html
  3. [3]Eigene Messreihe vom 30.07.2026 auf Intel Core i5-13500H, 16 Threads, 15 GB Arbeitsspeicher, ohne dedizierte Grafikkarte; Ollama 0.13.0, Quantisierung Q4_K_M, identischer Auftrag, Startwert 7, Temperatur 0,2, Ausgabelänge 160 Token
KI-Unterstützung
Text
Claude Opus 5
Bilder
OpenAI Codex ImageGen 2

Redaktionell geprüft von Quandes Projects e. V.

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Textentwurf, Struktur und Recherchezusammenfassung entstanden mit Claude Opus 5 (Recherche: Claude Opus 5 mit Websuche) und wurden von Quandes Projects e. V. redaktionell geprüft und freigegeben. Bilder wurden mit OpenAI Codex ImageGen 2 erzeugt und redaktionell ausgewählt. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei Quandes Projects e. V.

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